Ratgeber

Braucht Microsoft 365 ein eigenes Backup?

Kurz gesagt: ja. Microsoft garantiert die Verfügbarkeit der Infrastruktur — nicht, dass eure Daten wiederherstellbar bleiben, wenn sie gelöscht, verschlüsselt oder überschrieben werden. Das ist keine Lücke im Service, sondern von Microsoft selbst so dokumentiert: Die Verantwortung für die Daten liegt beim Kunden, nicht beim Plattformbetreiber.

Geteilte Verantwortung: was Microsoft absichert — und was nicht

Microsoft nennt das Prinzip „Shared Responsibility". Microsoft ist verantwortlich für die Plattform: Rechenzentren, Hardware, Netzwerk und dafür, dass Exchange, SharePoint, OneDrive und Teams laufen. Ihr seid verantwortlich für das, was darin liegt: Daten, Benutzer, Berechtigungen. Die Verfügbarkeitsgarantie schützt deshalb nicht vor versehentlichem Löschen, böswilliger Verschlüsselung durch Ransomware oder Aufbewahrungsfristen, die kürzer sind als das, was ihr im Ernstfall braucht.

Wo die eingebauten Aufbewahrungsfristen enden

Microsoft 365 hat Papierkörbe, aber sie sind zeitlich begrenzt. In der Standardkonfiguration gilt:

Ist die Frist einmal abgelaufen — oder wurde etwas nicht direkt gelöscht, sondern über Wochen hinweg schleichend beschädigt —, helfen die eingebauten Mechanismen nicht mehr weiter. Aufbewahrungsrichtlinien können Fristen verlängern, sind aber ein Compliance-Werkzeug und kein Backup: Sie liegen in derselben Umgebung, mit denselben Administratorrechten.

Fünf typische Verlustfälle

Was ein Microsoft-365-Backup leisten muss

Und die Aufbewahrungspflichten?

Geschäftliche E-Mails und Dokumente unterliegen in Deutschland handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungspflichten über mehrere Jahre. Ein Backup ist kein revisionssicheres Archiv — aber ohne Backup lässt sich im Verlustfall gar nichts mehr vorlegen. Welche Fristen für euch gelten, klärt ihr am besten mit eurer Steuerberatung; die technische Umsetzung übernehmen wir.

Ein eigenes Backup schließt die Lücke

Ein unabhängiges, regelmäßig getestetes Backup für Postfächer, SharePoint und OneDrive gehört für uns deshalb zum Standardumfang jeder verwalteten Microsoft-365-Umgebung. Wir setzen dafür auf Hornetsecurity, standardmäßig mit neun Jahren Aufbewahrung — also deutlich länger als jede eingebaute Frist. Mehr dazu unter Backup & Wiederherstellung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Nur für kurze Zeit. Die native Wiederherstellung ist zeitlich begrenzt — ist die Frist abgelaufen oder wurde etwas schleichend statt sofort gelöscht, hilft sie nicht mehr weiter.

Postfächer, SharePoint und OneDrive — unabhängig von Microsofts eigenen Aufbewahrungsfristen, regelmäßig getestet statt nur eingerichtet.

Nein. Sie verlängern Fristen für Compliance-Zwecke, liegen aber in derselben Umgebung und unter denselben Administratorrechten. Ein Backup muss unabhängig vom Tenant gespeichert sein.

Wird ein Benutzer gelöscht, lassen sich Konto und Daten standardmäßig 30 Tage wiederherstellen. Danach sind Postfach und OneDrive weg — außer sie wurden vorher gesichert oder in ein geteiltes Postfach überführt.

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